3. Modul – Weiterbildung zur personen- und teilhabezentrierten Beratung in Bonn vom 11.11.2016 bis 12.11.2016

3. Modul – Weiterbildung zur personen- und teilhabezentrierten Beratung in Bonn

Das 3. Modul der berufsbegleitenden Weiterbildung „Personen- und teilhabezentrierte Beratung“ des Projektes „Der Rechtsweg ist nicht ausgeschlossen!“ fand vom 11.-12. November 2016 in Bonn statt. Nach der Begrüßung und Eröffnung der Weiterbildung durch die Koordinatorinnen Franziska Facius (BSK) und Hülya Turhan (bvkm), übernahm Katja Kruse Referentin für Sozialrecht beim bvkm und Expertin im Pflegerecht das Wort. Frau Kruse gab einen Überblick und aktuellen Informationen zum  zweiten und dritten Pflegestärkungsgesetz – PSG II und PSG III.

Besprochen wurden unter andrem die Systematik der neuen Einstufung und Kriterien für die neuen Pflegegrade sowie die aktuellen Umstellungen nach der gesetzlichen Reformierung in der Praxis zum Verfahren der Pflege.

Anhand von Übersichten und mit Praxisbeispielen wurden die Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes durch Frau Kruse den Teilnehmenden sehr gut verständlich erläutert. Wichtige Hinweise für die Praxis wurden gegeben und Wissen auf den Punkt gebracht.

In Gruppenarbeit konnten sich die Teilnehmenden mit den Kriterien für die Einstufung in eine Pflegestufe anhand eines konkreten Fallbeispiels vertraut machen und selbst die Pflegestufen berechnen. Das direkte Feedback gab den Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Wissen anzuwenden.

Für die Teilnehmenden war bereits diese erste Vorstellungsrunde in Bezug auf das autobiografische Arbeiten überraschend und klärend zugleich. Sodann gaben Frau Heike Kauschinger und Frau Birgit Grona eine theoretische Einführung über die autobiografische Arbeit als Werkzeug der Beratung. Besprochen wurde bspw., dass jeder Berater auf Grund seiner eigenen Biografie bereits spezielle Fähigkeiten und Einstellungen hat, die er selbst für seine Beratungsarbeit positiv nutzen kann. Aber auch die Sensibilisierung für die Tatsache, dass jede einzelne Person unterschiedliche Vorstellungen über Menschen und Sachverhalte hat. Bspw. erläuterte Frau Heike Kauschinger dies durch das Zeigen von unterschiedlichen Frauenbildern unter der Überschrift „Wie stellen Sie sich eine deutsche Frau vor. Mit einem gemeinsamen Abendessen um 20:00 Uhr schloss derAm zweiten Seminartag startete die Weiterbildungsgruppe um 9:00 Uhr und stieg sofort in die autobiografische Teamarbeit ein. Aufgabe für die Teilnehmenden war es zunächst, anhand von unterschiedlichen Materialien und Gegenständen eine eigene autobiografische Insel zu bauen, die den bisherigen Lebensweg der Berater durch Symbole und Gegenstände darstellen sollte. In einer anschließenden Vorstellungsrunde ging es dann darum, dass die anderen Teilnehmer sich die Insel zunächst betrachteten und versuchten, wertungsfrei und ohne Auslegung mitzuteilen, was sie sehen. Dies war eine sehr gute Übung für die Teilnehmenden, da sich bald herausstellte, dass es äußerst schwierig ist, einen Sachverhalt oder einen Gegenstand wahrzunehmen ohne zugleich eine persönliche Beurteilung mit beizufügen. Sodann erläuterten die Inselerbauer über sich in der dritten Person, was sich dieser bei der Erbauung der Insel gedacht hat und was er ausdrücken möchte.

Das autobiografische Arbeiten wurde über den ganzen Tag fortgesetzt; prozessorientiert wurde mit den Teilnehmenden gearbeitet und geübt, ihr autobiografisches Wissen in die Beratungssituation mit einzubringen.

Zuletzt ging es um die Selbsteinschätzung der Teilnehmenden, welche Kompetenzen sie auf Grund ihrer Autobiografie erhalten haben. Dies legten sie in kleinen Kärtchen um ihre Insel herum. In der Gruppe gab es sodann Feedback über weitere Kompetenzen, die der Teilnehmende Inselerbauer bis dahin nicht im Blick hatte.

Das Weiterbildungsmodul hat gezeigt, dass für die Fachlichkeit der Berater sowohl der fachlich-juristische Input sowie auch der sozialpädagogische Input wichtig sind. Mit dem Abschluss des 3. Moduls wurde den Teilnehmenden weiteres Beratungswerkzeug mit an die Hand gegeben, welches sie bereits besessen haben, aber noch nicht hiervon wussten.

Das nächste Weiterbildungsmodul findet am 27.01.und 28.01.2017 in Wilhelmshaven statt. In diesem Modul geht es neben einem juristischen Input mit Überblick und aktuellen Informationen zum Betreuungsrecht, um erfolgreiche Kommunikation in durch Vielfalt gekennzeichneten Beratungssituationen – Managing Diversity.