Bericht über die Fachveranstaltung des Paritätischen Gesamtverband „Unabhängige Beratung – Chancen und Möglichkeiten – die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderung“ am 21. Februar 2017 in Berlin

Fachveranstaltung des Paritätischen Gesamtverband - Unabhängige Beratung – Chancen und Möglichkeiten – die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderung -

Bei der Fachveranstaltung des Gesamtparitätischen konnten die Koordinatorinnen Frau Franziska Facius und Frau Hülya Turhan das Projekt „Der Rechtsweg ist nicht ausgeschlossen!“ vorstellen. Sie erläuterten unter anderem den aktuellen Stand des Projektes mit derzeit 7 Beratungsstellen im gesamten Bundesgebiet.

Am 21. Februar 2017 startete die Veranstaltung mit einer Begrüßung der Referentin für Behinderten- und Psychiatriepolitik des Paritätischen Gesamtverbandes, Frau Claudia Scheytt.

Herr Alfons Polzyk, Leiter des Referates Va3 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (im Folgenden BMAS) erläuterte in seinem Vortrag die genaue Ausgestaltung der Förderung der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung.

Finanzierung der unabhängigen Teilhabeberatung

Aus diesem Grunde eröffnete er seinen Vortrag mit der Darstellung der Finanzierung. Er teilte mit, dass 58 Millionen EUR bereitgestellt sind für die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung. Hiervon sind 8 Millionen EUR zum Aufbau von Strukturen vorgesehen. Sie fließen also nicht unmittelbar in die Beratung. Diese Mittel sollen bereits 2017 zu Verfügung stehen.

Entfristung möglich?

Ziel des BMAS sei es, dass die in § 32 SGB IX normierte Befristung der Förderung bis zum 30.Juni 2021, entfällt und eine Entfristung erreicht werden kann. Ob die Entfristung erfolgen kann hängt letztlich von dem Erfolg  und der Etablierung der unabhängigen ergänzenden Teilhabeberatung in den nächsten Jahren ab.

Bundesweit intakte Beratungslandschaft erreichen

Herr Polzyk richtete dann seinen Blick im Referat auf die bereits vorhandenen Beratungsangebote und erläuterte, dass bestehende Strukturen erhalten bleiben und weiße Flecken in der Beratungslandschaft geschlossen werden sollen.

Anforderungen an die unabhängige Teilhabeberatung

Er hob hervor, dass das Gesetz die Stärkung der Selbstbestimmung bezweckt und es sich um eine ergänzende Beratung neben der gesetzlichen Beratungspflicht der Behörden handelt. Die Beratung soll vor allem berücksichtigen, dass sie von Betroffenen für Betroffene erfolgt.

Die Anforderung an die Beratung ist die Sicherstellung ihrer Unabhängigkeit. Deshalb muss klar erkennbar sein, dass die Beratungsstelle weder mit einem Leistungserbringer, noch mit einem Leistungsträger organisatorisch verbunden ist.

Die Beratung soll nicht von Leistungsträgern oder Leistungserbringern ausgeführt werden.  Ausnahmen können zugelassen werden, wenn eine ausreichende Abdeckung an regionalen Bratungsangeboten beziehungsweise unter Berücksichtigung spezifischer Teilhabebeeinträchtigungen nicht gegeben ist. So soll sichergestellt sein, dass die Beratung  ausschließlich im Sinne der Interessen des Ratsuchenden erfolgt. Die Beratung soll unentgeltlich erfolgen und möglichst bundesweit zur Verfügung stehen.

Das Transparenzgebot soll beachtet werden. In den Beratungsstellen soll der/die BeraterIn nicht fachlich weisungsgebunden sein. Wichtig sei für die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung vor allem auch, dass sie niedrigschwellig erfolgt. Dies auch bereits im Vorfeld möglicher Ansprüche. Die aufsuchende Beratung soll einen festen Platz einnehmen.

Weitere Anforderung an die Beratung ist, dass die Beratung fachlich kompetent erfolgen muss. Dies setzt die erforderliche Fachkenntnis des Beratenden sowie die Verpflichtung zur Weiterbildung ebenso voraus, wie auch die Entwicklung von Qualitätsstandards. Ein wesentliches Element der Beratung ist, dass sie möglichst von Betroffenen für Betroffene erfolgen soll. Dies führt dazu, dass Peer Counseling  ein besonderes Förderkriterium ist. Das BAMS möchte, so betonte es Herr Polzyk, nachdrücklich, dass ein arbeitsförderliches Umfeld für die Peers besteht beziehungsweise geschaffen wird.

Zusammengefasst: Die Beratung soll niederschwellig, ganzheitlich, unentgeltlich, fachkompetent und proaktiv sein. Sie soll unentgeltlich erfolgen und möglichst  bundesweit zur Verfügung stehen.

Inhaltlich soll die Beratung folgende Bereiche abdecken:

• Wegweiserfunktion
• Bei Bedarf auch während des Teilhabeverfahrens
• Umfassen: Rechte und Pflichten, mögliche Teilhabeleistungen, Zuständigkeiten, Verfahrensablauf
• Nicht erfolgen soll die rechtliche Begleitung im Widerspruchs-und Klageverfahren.

Art und Umfang der Förderung

Durch die Förderung sollen regionale Beratungsangebote geschaffen bzw. vorhandene Beratungsangebote finanziell unterstützt werden. Gefördert werden nur juristische Personen mit ihrem Sitz im Inland, die eine unabhängige Beratung im Sinne der Anforderungen des § 32 SGB IX sowie der Förderrichtlinie anbieten bzw. anbieten können.

Gefördert werden die Personalkosten bis zur Höhe einer E12 TVöD-Stelle. Daneben können die Beratungsstellen eine Verwaltungskostenpauschale erhalten sowie ergänzend für die ehrenamtliche Beratung finanzielle Mittel für die Aufwandsentschädigungen. Das BMAS verlangt von dem jeweiligen Träger einen angemessenen Eigenanteil von in der Regel 5%. Ehrenamtliches Engagement kann nicht als Eigenanteil gewertet werden.

Einrichtung einer Fachstelle

Herr Polzyk teilte mit, dass auf Bundesebene eine Fachstelle Teilhabeberatung eingerichtet wird. Der Fachstelle Teilhabeberatung werden verschiedene Aufgaben zugeordnet. Das beliehene Unternehmen soll bspw. durch Koordinierung, Vermittlung und Vernetzung der Beratungsangebote erreichen, dass flächendeckende Regionalberatung auch für spezifische Fachbereiche möglich ist.

Des Weiteren soll sich die Fachstelle um die Qualitätssicherung und deren Entwicklung kümmern. Weitere Aufgaben sind das Berichtswesen, Datenauswertung, Ausbau des Peer Counseling, Backoffice, Entwicklung eines Datenschutzkonzeptes, Aufbereitung von Fachinformationen.

Wie werden die Mittel verteilt?

Die von dem Bund bereitgestellten Mittel werden nach dem „Königsteiner-Schlüssel“ ermittelt. Die Formel berücksichtigt mit einem Anteil zu 3/4 die Einwohnerzahl des Landes sowie mit einer Gewichtung von 1/4 die Fläche des Bundeslandes.

Zeitplan

Der Referent des BMAS, Herr Polzyk, stellte zum Schluss den Zeitplan für die Umsetzung und Einführung der Förderung vor. Nach derzeitigem Stand soll die Förderrichtlinie, nach welcher die Beratungsstellen ihre Anträge auf Förderung stellen können, Ende Mai / Anfang Juni veröffentlicht werden. Die Förderanträge können sodann bis zum 31.08.2017 gestellt werden. Beginn der Förderung soll der 01.01.2018 sein. Ob sich dieser Zeitplan so umsetzen lässt, hängt von vielen Faktoren ab, u.a. davon, ob die Länder, die ein Mitsprachrecht bezüglich der Förderung der in dem einzelnen Bundesland befindlichen Beratungsstelle haben, rechtzeitig ihre Zuarbeit leisten.

Frau Prof. Dr. Gudrun Wansing von der Universität Kassel referierte sodann über das Thema „Was ist nötig? Voraussetzungen für eine gelingende ergänzende unabhängige Teilhabeberatung – Beispiel Peer Counseling“.

Modellprojekt „Peer Counseling im Rheinland“

Nach einer Einführung über die Definition von Peer Conseling stellte Frau Wansing das Modellprojekt „Peer Counseling im Rheinland“ vor. Das Modellprojekt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) umfasst 10 Anlauf- und Beratungsstellen im Rheinland, bei denen Peer Conseling gefördert und erprobt wird. Das Modellprojekt hat eine Laufzeit von Juni 2014 bis Mai 2017 und wird wissenschaftlich von Frau Prof. Dr. Wansing u.a. begleitet.

Wissenschaftliche Begleitung

Die wissenschaftliche Begleitung beschäftigt sich u.a. mit den Forschungsfragen „Wie wirkt sich Peer Counseling auf die Ratsuchenden aus?“, „Wie werden Entscheidungs- und Beratungssituationen beeinflusst?“, „Wir und durch wen wird Peer Counseling in der Praxis umgesetzt?“, „Was lässt sich hieraus lernen?“, „Welche Zielgruppen werden erreicht?“, „Was sind Ergebnisse der Peer Counseling-Beratung?“, „Was sind relevante Wirkfaktoren?“, „Was sind förderliche und hinderliche Bedingungsfaktoren für Peer Counseling?“, „Welche Schlussfolgerungen lassen sich für den weiteren Einsatz von Peer Counseling ziehen?“. Frau Dr. Wansing veröffentlichte mit den anderen Projektbeteiligten im Mai 2016 einen ausführlichen Zwischenbericht mit vorläufigen Handlungsempfehlungen. Der Abschlussbericht ist für Mai 2017 geplant. Insgesamt wurden 10 Beratungsstellen mit 62 Peer-Beraterinnen und Peer-Beratern in der wissenschaftlichen Untersuchung mit einbezogen. Im Zeitraum von März 2015 und Februar 2016 wurden insgesamt 743 Beratungsgespräche für die Forschung beobachtet.

Erste Ergebnisse – Zwischenbericht

Festzustellen ist, dass es eine unterschiedliche Nachfrage in den verschiedenen Beratungsstellen gab. Für 94% der Ratsuchenden ist es wichtig, mit einer Person zu sprechen, die schon einmal in einer ähnlichen Situation war. 82% der Befragten wollten die Peer-Beratung einfach kennenlernen. 68% gaben an, dass sie besser mit jemandem sprechen können, der auch eine Behinderung hat. Die Themen der Beratungsgespräche umfassten ein breites Spektrum. Besonders mit jeweils 27% ging es um die Bereiche Arbeit und Wohnen, gefolgt von Fragen zu Medikamenten, Psychopharmaka, Ärzten oder Therapien mit 24%. Ämterfragen waren mit einem Anteil von 18% Gegenstand der Beratungen. Mit einem Unterstützungsbedarf, Versorgung von Hilfsmitteln und dem persönlichen Budget befassten sich Beratungen mit einem Anteil von 13%, gefolgt von gesetzlicher Betreuung und Patientenverfügungen.

Nach einer Gesamtbewertung von Peer Counseling durch die Ratsuchenden sind 99% der Befragten eine Peer-Beratung wichtig, 39% der Ratsuchenden gaben in der Befragung an, dass sie in Zukunft nur noch zu Peer-Beratungen gehen würden.

Vorläufige Handlungsempfehlungen

Frau Prof. Dr. Wansing erläuterte dann ihre vorläufigen Handlungsempfehlungen. Diese sind hier in einer Auswahl dargestellt:

1. Trägervielfalt ist anzustreben
2. Berücksichtigung bereits erfolgreicher und neutraler Beratungsstrukturen
3. Mindestgröße 2-3 Peer-Berater
4. Möglichkeiten der Unterstützung der Berater in der Beratungssituation
5. Weiterentwicklung der Bedingungen für ehrenamtliche Berater, Qualifizierung, Begleitung, Austausch, Anerkennung
6. Förderung der Bekanntheit des Angebotes durch Netzwerkarbeit
7. Zugangswege für Menschen in stationären Einrichtungen erschließen

Barbara Vieweg, Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL e.V.), stellte zunächst die Arbeit des Vereins in dem Bereich der unabhängigen Teilhabeberatung vor.

Frau Vieweg befasste sich mit dem Thema, wie Selbstbestimmung gestärkt werden kann und berichtete über die  Beratungserfahrung, die sie über Jahrzehnte –  der Verein hat in Jena bereits 1994 mit seiner Arbeit begonnen – erlangen konnten. Demnach ist es wichtig, die Ratsuchenden zu ermutigen und ihnen mitzuteilen, dass sie sich nicht mit weniger zufrieden geben sollen. Ein wesentliches Element des Peer Counseling ist die Stärkung der Selbstbestimmung. Hierbei sind die Anforderungen an den Peer Counseler nach Sicht des ISL e.V.:

• Eine Behinderung muss vorhanden sein.
• Aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung im Rahmen einer Weiterbildung
• Angemessenes Einbringen der eigenen Gefühle und Erfahrungen
• Soziale Fertigkeiten und Interesse an anderen Menschen
• Ein gewisser Grad an innerer Unabhängigkeit

Frau Vieweg sprach auch die Voraussetzungen für ein gelungenes Peer Counseling im Tandem an. Eine Tandem-Lösung käme nach Ansicht des ISL e.V. dann in Betracht, wenn kognitive Teilhabebeeinträchtigungen bestehen. Auch hier ist diese Thematik mit einem Fragezeichen versehen und wird durchaus kritisch betrachtet.

Wichtig sei vor allem, dass der Peer Counseler lenkt und die Rollen- und die Kompetenzverteilung klar und transparent geregelt ist. Das Peer Counseling darf nicht zur Etikette werden. Dies setzt das permanente Coaching des Peers voraus und die damit verbundene Verpflichtung, Fortbildung, Fortbildung, Fortbildung. Frau Vieweg ging darauf ein, dass bereits in der Startphase geregelt werden muss, welche Anforderungen an die Fortbildung gestellt werden.

Für sie sind wichtige Punkte:

• Sozialrechtliche Kenntnisse
• Vermittlung von Grundwissen und Learning by doing
• Haltung des Empowerments soll vermittelt und verinnerlicht werden

Wichtig ist vor allen Dingen aber auch die Erkenntnis, dass Fehler passieren. Erforderlich ist ein Mechanismus, dass Fehler aufdecken und aus ihnen gelernt werden kann. Wichtig ist nach Ansicht von Frau Vieweg vor allem auch die Netzwerkarbeit und die Erkenntnis, dass nicht „alle machen alles“, sondern „das, was jeder am besten kann bzw. wo er qualifiziert ist“.

Zum Schluss ging sie darauf ein, dass hinsichtlich der  Fördervoraussetzungen die Position der Eigenmittel von ihr hochproblematisch betrachtet wird, da nicht klar ist, woher diese bei kleinen und innovativen Trägern kommen sollen. Als Lösung schlägt sie bspw. den Einsatz von Eigenleistung durch ehrenamtliche Beratung vor.

Nach dem wir unser Rechtsprojekt „Der Rechtsweg ist nicht ausgeschlossen“ vorgestellt hatten, schloss sich der Vortrag von Herrn Thomas Seelert von der Psychiatrischen Hilfsgemeinschaft Viersen an.

Herr Seelert führte in seinem Vortrag zunächst ein, wie die Beratungsstelle entstanden ist. Er teilte mit, dass seiner Ansicht nach die wesentliche Stärke des Peer Counseling darin liegt, dass eine Beratung von Betroffenen für Betroffene stattfindet und so in der Beratung selbst schnell der treffende Punkt des Sachverhaltes gefunden werden kann. Sowohl der Berater wie auch der Ratsuchende kennen die jeweilige Situation und können sich so besser verstehen. Herr Seelert äußerte, dass es unheimlich wichtig sei, dass die Ratsuchenden da abgeholt werden, wo sie ankommen. Dies ist in ihrem bestimmten Fall die Klinik in Viersen. Hier bieten sie eine Kliniksprechstunde an.

Es wird eine freie aufsuchende Beratung praktiziert. Im Laufe der Jahre wurde das Team immer weiter erweitert und besteht jetzt aus 4 Personen. In der Peer Counseling-Beratung Viersen ist es wichtig, dass schon eine Anbindung an die Infrastruktur und Vernetzung eines sozial-psychologischen Zentrums erfolgt, jedoch die Unabhängigkeit der Berater fortwährend besteht. Hierfür hat Herr Seelert Punkte im Einzelnen benannt:

• Anbindung an die Infrastruktur und Vernetzung eines sozial-psychologischen Zentrums
• Allgemeine Arbeitsrichtlinien
• Tätigkeitsbesprechung mit der Leitung
• Freie Arbeitsorganisation und Einteilung
• Eigenständige Weiterentwicklung des Angebotes
• Eigene Kooperationsentscheidungen
• Eigene Dokumentation ohne Fremdzugriff
• Externe Finanzierung durch Projektgelder

Der Vortrag von Dr. Christian Huppert, Fachreferent Offene Behindertenhilfe des Paritätischen NRW, stellte die KoKoBe im Rheinland vor.

Bei der KoKoBe handelt es sich um einen Verbund  und eine Kooperation von regionalen Trägern, die sich seit Herbst 2004 entwickelt hat. Die KoKoBe bietet Unterstützung und Beratung bei individueller Lebensplanung und Teilhabe.

Zusammengeschlossen haben sich die Träger der Freien Wohlfahrtspflege NRW in insgesamt 69 Standorten im Rheinland. Mit 114 Beraterinnen und Beratern besteht ein breites Beratungsangebot. Es werden ca. 8400 Ratsuchende im Jahr beraten, und der Referent Herr Dr. Huppert konstatiert: „Die KoKoBe erreicht die Menschen!“.

Schwerpunkte der KoKoBe sind die Koordinierung, dies bedeutet Vernetzung im Sozialraum, die Öffnung von Angeboten im Sozialraum sowie die Impulsgebung zur regionalen Bedarfsplanung und die Vertretung in Gremien. Darüber hinaus ist ein weiterer Schwerpunkt der Kontakt, so dass es offenen Angebote / Cafés gibt und Veranstaltungen durchgeführt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beratung, die ergebnisoffen, prozessorientiert, individuell sein soll. Sie umfasst auch die Erstberatung für das persönliche Budget, Einzelberatungen und Infoveranstaltungen. Die Beratung wird durch Fachkräfte durchgeführt. Dies bedeutet, dass die einen Hochschulabschluss und eine 3jährige Berufserfahrung innerhalb der Zielgruppe vorweisen müssen.

Der Referent wies auf das Ungleichgewicht hin, dass die KoKoBe derzeit durch Mittel des Landes NRW finanziert werden. Insoweit würde bei einer bundeseinheitlichen Finanzierung durch die unabhängige Teilhabeberatung eine Aufgabenveränderung innerhalb der KoKoBe stattfinden, und es ist zu befürchten, dass sich das Land NRW aus der Finanzierung der KoKoBe zurückzieht. Hier ist die eindeutige Forderung des Paritätischen NRW, dass das Gleichgewicht der KoKoBe erhalten bleiben muss.

Die Veranstaltung schloss ergebnisoffen mit einem Resümee mit den Teilnehmern, was für eine gute unabhängige ergänzende Teilhabeberatung nun getan werden muss, um diese dauerhaft in Deutschland zu etablieren.