Die EUTB Beratungsstelle in Lüneburg

Bild mit blauem Kreis und weinroter Umrandung. Weiße Schrift im Kreis #EUTB4ever darunter #Lüneburg

„Endlich spreche ich mal mit jemandem der mich wirklich versteht! Das Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr.“ ist ein Satz, den die Beraterinnen der EUTB Beratungsstelle in Lüneburg schon oft gehört haben.

Cornelia und Carina sind seitdem der Pädagogische Initiative (PädIn) e.V. die Förderung für die EUTB Beratungsstelle erhalten hat, die Leiterinnen der EUTB – Beratungsstelle „PädInklusiv“ Lüneburg. Beide erfüllen den Peer-Aspekt.

Rahmenbedingungen mussten geschaffen werden

Am 01.01.2018 nahm die EUTB von PädIn in Lüneburg mit der Eröffnung der Beratungsstelle Fahrt auf. Mit dem Zuschlag für die Förderung im Dezember 2017 begannen die Beraterinnen im Januar 2018 zunächst die Beratungsstelle einzurichten. Möbel, Technik und sonstige Einrichtung mussten beschafft  und Verträge geschlossen werden. Der Rahmen war Ende Januar 2018 erstellt.

Netzwerkarbeit vor Ort

Cornelia und Carina haben viele Kontakte und noch mehr Kontakte geknüpft. Sie haben die Beratungsstelle in Lüneburg bekannt gemacht. “Netzwerkarbeit ist für uns sehr wichtig. Zum einen müssen die Ratsuchenden wissen wo und wie es Unterstützung gibt. Zum anderen ist eine gute Vernetzung im Sozialraum notwendig, um Hilfe zu leisten.“, so Carina Schmöle-Karst im Gespräch.

Die Beraterinnen haben die Beratungsstelle und ihre Arbeit beispielsweise im Landkreis, bei den Kommunen, in Arbeitskreisen, bei Kinderärzten, in Kindergärten, bei Vereinen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, sozialpsychiatrischen Diensten, Hebammen und Gynäkologen persönlich vorgestellt.

Beratungsarbeit ist vielschichtig und intensiv

„Oft kommen die Leute mit einem Anliegen zu uns. Im Gespräch stellt sich dann heraus, dass es Eigentlich um was ganz anderes geht und noch viele Probleme im Hintergrund sind, die Ratsuchenden belasten und geklärt werden müssen. Das ist mit einem kurzen Beratungsgespräch nicht möglich.“, so Carina.

Es sind auch oft akute Situationen, in denen die Beraterinnen schnelle Hilfe und Unterstützung leisten. So rufen beispielsweise Eltern von der Intensivstation an, weil ihr Kind operiert wurde oder wird und sie überhaupt nicht wissen, wie es jetzt weiter gehen soll und was sie tun müssen.

Die Beraterinnen merken, dass die Ratsuchenden oft keine Kraft haben ihre Ansprüche und Rechte einzufordern, weil sie schlichtweg aufgrund der belastenden Situation körperlich und seelisch erschöpft sind. Da helfen stärkende Worte der Beraterinnen oft als Anstoß. Gleichzeitig wird deutlich, wenn Cornelia und Carina in der Beratungssituation äußern, dass sie auch Eltern von Kindern mit Handicap sind, geht das Beratungsgespräch direkt noch einmal auf eine ganz andere Ebene. Hilfe zur Selbsthilfe leisten die beiden  so ganz selbstverständlich., um Ratsuchende über ihre Rechte zu informieren und zu erklären, wie sie diese selbst einfordern können.

Fachkompetenz die überzeugt

Cornelia und Carina haben erfolgreich an der Weiterbildung des Projektes zur personen- und teilhabezentrierten Beratung und an der Grundqualifizierung für die EUTB Beratungsstellen teilgenommen. Beide sind systemische Familienberaterinnen und Sozialpädagoginnen.

Ob es der Schwerbehindertenausweis, den Pflegegrad der Übergang von Schule zu Beruf, Teilhabe und vieles mehr ist, schon im Gespräch hört man, dass beide aufgrund ihrer Fachkompetenz und Beratungserfahrung wissen, worauf es ankommt. Man merkt: Die Beiden beraten und helfen mit Leidenschaft und Durchsetzungskraft. Dennoch: An einigen Stellen wünschen sich die Beraterinnen ein starkes juristisches Rückgrat, um Streitfragen zu klären und um Entscheidungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Unsichere Zukunft für die EUTB schafft Ängste

Wie soll es nach 2022 mit der EUTB Beratungsstelle weitergehen? Was ist dann mit uns und der ganzen Arbeit, die wir seither in das Projekt mit voller Überzeugung zur Sache investiert haben? Dies Fragen treiben die Leiterinnen um und schaffen das komische Gefühl auf unsicherem Boden zu stehen.

Auch die Befragung der Ratsuchenden zum Zwecke der Evaluation durch die Fachstelle schafft große Unsicherheit. Viele der Ratsuchenden haben schlicht keine Zeit und Lust den schlecht verständlichen Fragebogen auszufüllen, da sie schon mit einem hohen Bürokratieaufwand rund um die Behinderung konfrontiert sind oder die Sprache nicht verstehen. Hierdurch wird ein Abbild von nicht allen Ratsuchender geschaffen, sondern nur ein kleiner Personenkreis abgebildet.  Das macht dann die Evaluation aus diesen Fragebögen und wie wird die EUTB als Ganzes sowie die Beratungsstelle an sich evaluiert? Die Tatsache, dass viele vor der Befragung zurückschrecken lässt die Befürchtung aufkeimen, dass die Evaluation am Ende gar nicht repräsentativ ist. Und dann? PädInklusiv muss sich als wirklich unabhängige Beratungsstelle bekannt machen, damit die Ratsuchenden über ihr Angebot Bescheid wissen. EUTB´s die von Leistungserbringern/Leistungsträgern angeboten werden, haben ihre Ratsuchenden quasi bereits akquiriert. Diese Fragen belasten die Beraterinnen neben ihrem normalen Tagesgeschäft.