VERNETZUNGSTREFFEN am 20.03.2018, in Göttingen

Das diesjährige erste Vernetzungstreffen der Berater*innen des Netzwerks unabhängige Beratung fand am 20. März 2018 in Göttingen statt. Neben der Geschäftsführerin des bvkm, Natalie Tauchert, dem Geschäftsstellenleiter des BSK, Ulf D. Schwarz und der Projektleiterin Hülya Turhan (bvkm), nahmen 20 Berater*innen teil.

Die meisten Berater*innen haben erst vor wenigen Wochen ihre Arbeit als EUTB-Teilhabeberater*innen in den Beratungsstellen der Mitgliedsorganisationen beider Verbände aufgenommen. Unter ihnen waren viele bekannte Gesichter, die bereits seit über zwei Jahren im Netzwerk aktiv an einer sechs-monatigen berufsbegleitenden Weiterbildung, an Vernetzungs- und Arbeitstreffen teilgenommen haben. Sie waren zuvor in unabhängigen Beratungsstellen tätig, die durch eine befristete Finanzierung der Aktion Mensch aufgebaut und etabliert wurden. Diese Berater*innen schilderten in Impulsvorträgen, worauf die neuen Kolleg*innen beim Aufbau und der Vernetzung der neuen Beratungsstellen achten können „(Wie fange ich an?“-„ Wie mache ich mich bekannt?“ – „Was lief gut?“- „Wo sind die Stolpersteine?“- Wie funktioniert Vernetzung?“- „muss ich alles wissen?). Sie führten anhand eigener Erfahrungen aus, wie gute Vernetzung realisiert werden kann und welche Bedeutung fachliche Kenntnisse sowie Gesprächsführungskompetenzen haben. Diesen Wissens- und Erfahrungsaustausch nahmen die neuen Berater*innen gerne entgegen und bewerteten es als besonders hilfreich und wertvoll. Insbesondere wurden die Hinweise, regelmäßig Fortbildungen zu besuchen, sich immer wieder (ohne Konkurrenzgedanken) in Fachkreisen vorzustellen und aktiv zu sein, als sehr motivierend wahrgenommen.

Beim Vernetzungstreffen wurde auch über die bisherigen Erfahrungen mit der Fachstelle Teilhabeberatung gesprochen. Dabei wurde deutlich, dass die Kommunikation nicht immer ideal läuft und Ansprechpartner oftmals nicht helfen können. Diejenigen Berater*innen, die bereits die obligatorische Grundqualifikation absolviert hatten, berichteten, dass sehr viel „Stoff“ in sehr kurzer Zeit vermittelt wurde und eine Vertiefung nicht möglich war. Kritisch wurden auch die Anforderungen an die statistische Erfassung der Beratungszahlen betrachtet. So umfasse die Dokumentation pro Beratungsfall 5-7 Seiten. Der künftige zeitliche Aufwand dafür werde sehr groß sein und die Beratungszeit einschränken. Einhellig wurden bestimmte Fragen in dem, an die Ratsuchenden gerichteten Fragebögen als unangemessen und sogar diskriminiert empfunden. So berichteten die Berater*innen, dass
nach der Muttersprache und der Behinderung der Berater*innen gefragt wird. Dies sei nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel.

Tenor des Vernetzungstreffens war: Trotz kritischen Aspekten, macht die Beratung und die Arbeit mit den Ratsuchenden große Freude!

Hülya Turhan, Leiterin des Netzwerks (bvkm)