Warum es wichtig ist, dass es die EUTB gibt: Lüneburger Netzwerkerinnen berichten. Teil III

Bild mit blauem Kreis und weinroter Umrandung. Weiße Schrift im Kreis #EUTB4ever darunter #Lüneburg
Peer-Beratung ist sehr wichtig

Text: Cornelia Baumann und Carina Schmöle-Karst

Womit wir wahnsinnig gute Erfahrungen machen ist die Peer-Beratung. Wir sind in den Beratungssequenzen nicht verpflichtet zu sagen, dass wir Eltern von Kindern mit Handicaps sind. Wenn wir das jedoch tun, verändert sich das Gespräch innerhalb von wenigen Sekunden zu einem ganz anderen und wir hören nicht selten: „Ach Sie sind auch Mutter von einem Kind mit Behinderung – na dann wissen Sie ja was ich meine“. Ja genau, das wissen wir und dieser Erfahrungsschatz macht es uns möglich Dinge zu benennen, die man vielleicht nur benennen kann, wenn man gewisse Situationen bereits selbst durchlebt hat.

Zu Beginn dachten wir, dass vermutlich primär Familien zu uns kommen, die neu mit dem Thema Behinderung konfrontiert sind, doch diese Überlegung haben wir schnell zur Seite gelegt. Auch Erwachsene und Familien, die schon lange mit dem Thema konfrontiert sind kommen oft zu uns und sagen nicht zu selten: „Ach wenn es Sie doch schon früher gegeben hätte! Wir haben uns immer irgendwie durchgewurschtelt, aber eine Anlaufstelle wie Sie haben wir uns immer gewünscht!“ Und hier wird deutlich: Natürlich haben es die Menschen mit Behinderung und deren Angehörige immer irgendwie geschafft, aber zum einen sicherlich nicht mit all dem was ihnen zusteht und zum anderen mit einem ordentlichen Rüstzeug um den ein oder anderen Kampf an den gewissen Stellen kämpfen zu können. Und es wird noch etwas deutlich in unserem Alltag: Es gibt ganz viele Menschen, die nicht das beantragen was ihnen zusteht. Zum einen, weil sie nicht wieder einen Ablehnungsbescheid erhalten möchten und zum anderen weil sie keine Kraft mehr aufbringen können, um zu kämpfen. Ergänzend kommt hinzu, dass viele Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen gar nicht wissen was Ihnen zusteht und somit Unterstützungs- und Entlastungsleistungen schlichtweg nicht in Anspruch nehmen können.